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700-jähriges Jubiläum: Von der Siedlung zur Stadt

Warum gerade in diesem Jahr das 700-jährige Jubiläum Borkens gefeiert wird, erschließt sich aus den folgenden Daten und Ereignissen:

Ersterwähnung des Ortes Borken, 8. Jahrhundert
Aus einem Güterverzeichnis des Klosters Herford, dem Breviarium Sancti Lulli, aus den Jahren 775/815 n. Chr., geht hervor, dass das Kloster Grundbesitz in dem Ort „Burcun“ besaß. Diese Urkunde gilt nach bisherigem Forschungsstand als erster schriftlicher Hinweis auf Borken.


Die Originalurkunde existiert nicht mehr. Im Staatsarchiv Marburg befindet sich eine Abschrift, die in einem um 1150 n.Chr. entstandenen Kopialbuch des Klosters Hersfeld enthalten ist.

Das Dorf Borken, 13. Jahrhundert
Im Jahr 1253 n.Chr. fand in dem Dorf (villa) Borken eine Verhandlung über einen Streit zwischen dem Kloster Haina und einem Adligen statt.


Dieser Hinweis findet sich in den Borkener Geschichtsblättern, 3. Jahrgang, Nr. 13, September 1990.

Die Burg Borken, 13. Jahrhundert
In einer Urkunde des Klosters Haina erwähnte Ritter Volpert von Borken im Jahr 1266 n. Chr. „meine Burg Borken  / castro meo burken“.


Angabe aus: Borkener Geschichtsblätter, 3. Jahrgang, Nr. 13, September 1990. In anderen mittelalterlichen Dokumenten ist ebenfalls von einer Burg die Rede. Wo diese Burg stand, wie sie aussah und wie sie befestigt war, ist  nicht bekannt. Eine umfassende archäologische Grabung steht noch aus.

Die Siedlung Borken, 14. Jahrhundert
In zwei Urkunden aus den Jahren 1303 und 1314 wird Borken als „oppidum“ bezeichnet. Dieser mittelalterlich-lateinische Begriff umschreibt eine befestigte Siedlung, der jedoch das Stadtrecht fehlt.

Vor 700 Jahren: Die Ersterwähnung der Stadt Borken
Der Landgraf von Hessen und der Graf von Ziegenhain beschlossen am 9. November 1317 in einem Vertrag, das „Stedichin Borkin“ zu bauen. In diesem Vertrag wird Borken erstmals als Stadt bezeichnet. Von einer Verleihung der Stadtrechte ist in der Urkunde jedoch nicht die Rede. Zu diesem Zeitpunkt gibt keine städtischen Gremien, etwa einen Stadtrat. Vertragspartner sind die beiden Adligen.


Der Vertrag aus dem Jahr 1317 befindet sich im Staatsarchiv Marburg. Er wird derzeit restauriert, um ihn langfristig zu erhalten.

Verleihung der Stadtrechte
Wann Borken die Stadtrechte erhielt, ist unbekannt. Bislang konnte noch keine Urkunde gefunden werden, in der dem „Stedichin“ Markt-, Befestigungs-, Münz- oder Zollrechte verliehen wurden, es eine städtische Gerichtsbarkeit oder ein Selbstverwaltungsrecht erhielt, also einen Stadtrat berufen durfte.


Immerhin: Im Jahr 1372 richtete die Landgrafschaft Hessen einen Verwaltungsbezirk ein: das „Amt Borken“. Damit erhielt die Stadt eine Mittelpunktfunktion in der Region. An der Spitze des Amtes stand der Rentmeister, der in Borken seinen Amtssitz hatte.

Die Aneinanderreihung der historischen Fakten verdeutlicht, dass es sich bei der  Stadtwerdung Borkens um einen längerfristigen Entwicklungsprozess und kein Einzelereignis handelte.


Im Borkener Anzeiger werden monatlich Aufsätze von geschichtsinteressierten Bürgerinnen und Bürgern publiziert, in denen unterschiedliche Aspekte der Borkener Geschichte beleuchtet werden. Diese Sonderveröffentlichungen zu "700 Jahre Stadt Borken" finden Sie hier.