Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum

Viele Perspektiven: Am Borkener See ging´s rund


Die Gustav-Heinemann-Schule Borken hatte sich in der Woche vom 23. bis 27. September etwas ganz Besonderes für die 6. Jahrgangsstufe ausgedacht. Sie veranstaltete für die 80 Schülerinnen und Schüler eine Vorhabenwoche, in deren Mittelpunkt das Naturschutzgebiet Borkener See stand. Rund um den See waren acht Stationen und Mitmachaktionen aufgebaut, an denen die Sechstklässler spielerisch lernten, Interessantes entdeckten und den See aus vielerlei Perspektiven kennenlernten.

So gab es eine Vogelbeobachtungsstation, an der der Naturschutzbeauftrage und Waldpädagoge David Schomberg den Schulkindern Haubentaucher, Reiher, Schwäne, Enten und andere Wasservögel vorstellte. Biologie live. An der nächsten Station konnten die Teilnehmer die Wasserqualität unter die Lupe nehmen und Kleinlebewesen beobachten, die sich in Wassertropfen tummeln. Bei der Deutschstation war Kreativität gefragt; die SchülerInnen durften sich Seemärchen ausdenken oder Tagträume niederschreiben.

Walid Abdikarim fühlte sich in der Kleidung der Bergleute wohl. 

Unterricht  unter freiem Himmel
Fantasievoll ging es auch an der Musikstation zu. Hier ertönten Rapklänge, die dem wohl bekanntesten Interpreten dieser Musikrichtung, Bushido, Konkurrenz machten. An der Kunststation gestalteten die jungen Kreativen unter der Überschrift „LandArt“ fantasievolle Gesichter aus Naturmaterialien der Umgebung. Beim Mathe- und Sportunterricht ging es mit Gehirnjogging. kniffligen Aufgaben und viel Action sportlich zu. Zudem erzählten der Historiker und Leiter des Bergbaumuseums, Ingo Sielaff, und der Museumsmitarbeiter Bernd Wettlaufer Geschichten zur Entstehung des Sees sowie zum Struktur-, Landschafts- und Klimawandel. Der Borkener See entstand bekanntlich aus einem ehemaligen Braunkohlentagebau. Montangeschichte am authentischen Ort.

 Alicia Wahl (Klasse 6a) mit einer Keilhaue.

„Die Schülerinnen und Schüler waren mit Begeisterung bei der Sache“, freute sich Dr. Christine Sperlich, Direktorin der GHS. „Sie genossen den Biologie-, Sport-, Musik-, Kunst-, Deutsch-, Mathe- und Geschichtsunterricht unter freiem Himmel. Der Borkener See ist ein tolles Klassenzimmer, in dem es viel zu lernen und zu vermitteln gibt."

Jubiläum des Naturschutzgebiets Borkener See im Jahr 2020
Der Bürgermeister der Stadt Borken, Marcel Pritsch-Rehm, besuchte die Vorhabenwoche und hob hervor: „Es ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler das Naturschutzgebiet Borkener See kennen und dass sie lernen, es wertzuschätzen und pfleglich mit ihm umzugehen. Wir freuen uns, dass wir hier in Borken solch ein einzigartiges Naturschutzgebiet haben“. Im Hinblick auf das nächste Jahr ergänzte der Verwaltungschef: „Übrigens: Der Borkener See feiert im Jahr 2020 sein 30-jähriges Bestehen. Darauf freuen wir uns schon jetzt“. Wo, außer in Borken, kann man denn noch Seejubiläen feiern.

Wald der Zukunft
Damit dürften die Weichen für die Vorhabenwoche im Jubiläumsjahr 2020 bereits jetzt gestellt sein. Die Lehrkräfte, die das diesjährige Programm „Rund um den Borkener See“ didaktisch ausgefeilt, erlebnisorientiert und  altersgerecht zusammengestellt haben, werden den See dann wieder in einen besonderen Lernort verwandeln. Auch der Naturschutzbeauftragte David Schomberg befasst sich bereits heute mit der Zukunft. Er geht der Fragestellung nach, welche Baumarten künftig mit den Auswirkungen des Klimawandels besser als Fichten und Buchen zurechtkommen. Der Wald der Zukunft: Das wäre eine spannende Station für die Vorhabenwoche 2020.

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