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Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner
Mit steigenden Temperaturen breiten sich wärmeliebende Insekten in Deutschland zunehmend aus. Zu ihnen gehört auch der Eichenprozessionsspinner (EPS), dessen Vorkommen in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen hat. Auch die Stadt Borken (Hessen) ist von der Ausbreitung betroffen.
Der Eichenprozessionsspinner ist nicht nur ein Schädling für Eichenbäume, sondern stellt vor allem eine ernstzunehmende Gesundheitsgefahr für den Menschen dar. Besonders bei Massenvermehrungen besiedeln die Raupen Eichenbestände. Sie schlüpfen im Mai und halten sich tagsüber in ihren Gespinstnestern auf. In den Abendstunden wandern sie in charakteristischen „Prozessionen“ vom Nest in die Baumkronen, um dort die Blätter zu fressen. Bei starkem Befall können Eichen vollständig kahlgefressen werden. Im Spätsommer entwickeln sich aus den Puppen die Nachtfalter, die ihre Eier wiederum an Eichenzweigen im Umkreis von bis zu zwei Kilometern ablegen.
Besonders gefährlich sind die feinen Brennhaare der Raupen. Diese können durch den Wind verbreitet werden und noch über Jahre hinweg ihre reizende Wirkung behalten. Hautausschläge, starker Juckreiz, Augenreizungen sowie Atemwegsbeschwerden bis hin zu schweren allergischen Reaktionen sind mögliche Folgen eines Kontakts.
So können Sie sich schützen
- Achten Sie auf Hinweisschilder mit der Aufschrift „Warnung vor dem Eichenprozessionsspinner“ und meiden Sie die betroffenen Bereiche.
- Berühren Sie weder Raupen noch deren Nester.
- Beachten Sie, dass sich Brennhaare auch am Boden unter befallenen Bäumen befinden können und dort über längere Zeit gesundheitliche Risiken darstellen.
- Verzichten Sie auf Holzfällungs- oder Pflegemaßnahmen an befallenen Bäumen, solange Raupennester vorhanden sind.
- Die Bekämpfung sollte ausschließlich durch geschultes Fachpersonal mit entsprechender Schutzausrüstung und Spezialtechnik erfolgen.
- Berücksichtigen Sie die Windverhältnisse, da Brennhaare verweht werden können.
- Sollten Sie mit den Brennhaaren in Kontakt gekommen sein, suchen Sie ärztliche Hilfe auf und weisen Sie auf den möglichen Kontakt mit dem Eichenprozessionsspinner hin.
- Bei starkem Juckreiz können Antihistaminika Linderung verschaffen. Vermeiden Sie Kratzen, da die Härchen dadurch tiefer in die Haut eindringen können.
- Bei schweren allergischen Reaktionen, insbesondere Atemnot oder Asthmabeschwerden, alarmieren Sie umgehend den Rettungsdienst.
- Verhindern Sie, dass Brennhaare über Kleidung, Schuhe oder Kinderwagen in Wohnräume gelangen.
- Wechseln Sie kontaminierte Kleidung möglichst sofort und waschen Sie sie bei mindestens 60 Grad Celsius.
- Duschen Sie gründlich und waschen Sie Ihre Haare. Kaltes Wasser kann den Juckreiz lindern.
- Spülen Sie gereizte Augen mit reichlich klarem Wasser aus.
Was ist zu tun?
- Verantwortlich für die Bekämpfung des EPS sind immer die Eigentümer
- Sind der Befall und das Belastungsrisiko gering, reicht eine Überwachung des Befalls und das Aufstellen von Warnhinweisen
- Liegen ein starker Befall und ein hohes Belastungsrisiko vor, sollte gewarnt und abgesperrt werden und eine Bekämpfung durch eine Fachfirma erfolgen. Diese saugt die Nester ab oder führt eine chemische Behandlung der Eichenkronen durch
- Ein nicht gekennzeichneter Befall MUSS der Stadt Borken (Hessen) oder dem Gesundheitsamt beim Schwalm-Eder-Kreis gemeldet werden!
Die Stadt Borken (Hessen) bittet alle Bürgerinnen und Bürger um erhöhte Aufmerksamkeit und einen verantwortungsvollen Umgang mit befallenen Bereichen. Wer Warnhinweise beachtet und den Kontakt mit den Raupen und ihren Nestern vermeidet, kann das Risiko gesundheitlicher Beeinträchtigungen deutlich reduzieren. Weitere Informationen sind über das Gesundheitsamt beim Schwalm-Eder-Kreis erhältlich. Tel. (05681) 775-5330.
