- Rathaus & Politik
- Wohnen & Leben
- Freizeit & Tourismus
- Wirtschaft & Handel
Kompetenzzentrum Streuobst
Am Dienstag, 5. Mai, fand in Borken (Hessen) die Auftaktveranstaltung des Kompetenzzentrums Streuobst statt. Zur Freude des Forst- und Umweltdienstes traf die Veranstaltung auf großes Interesse und es waren über 20 Personen aus unterschiedlichen Landkreisen und Verbänden sowie Privatobstwiesenbesitzer dabei.
Zunächst gab es eine kurze Einführung von der Organisatorin Carola Drüsedau zum Thema ökologischer Wert der Streuobstwiesen sowie eine Vorstellung des Kompetenzzentrums mit seinen vier Hauptzielen: Zentrale Anlaufstelle für Streuobstakteure, Erhalt und Neuanlage von Streuobstwiesen, Wissensvermittlung, Vernetzung von Streuobstaktivisten.
Schnell ging es im Anschluss in eine angeregte Diskussionsrunde über, bei der sich die verschiedenen Akteure vorstellten und dabei ihre aktuellen Berührungspunkte mit der Streuobstwiese erzählten
Alle Teilnehmer, egal ob Privatwiesenbesitzer, Naturschutzorganisationen, Obstgehölzpfleger oder kommunale Mitarbeiter waren sich einig, dass das Kulturgut des Streuobstanbaus etwas ganz Besonderes für die heimische Region und deren Bewohner ist. Neben dem ökologischen Wert der Wiesen und der Funktion der Obstwiese als Schulungsraum für Jung bis Alt wurde hier auch besonders der Erholungswert in Kombination mit der Obstproduktion und Obstverwertung stark herausgestellt. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass das vorhandene Obst wieder besser verwertet und somit wieder mehr Wertigkeit erfahren soll. Einzelne aktuell laufende Projekte der Teilnehmer, die dies fördern, wurden vorgestellt
Einig waren sich allerdings auch alle, dass in den letzten Jahrzehnten nicht nur ein massiver Rückgang an Obstwiesen in Deutschland zu verzeichnen ist, sondern leider auch das nötige Fachwissen für die Anlage und die Pflege von Obstwiesen verloren gegangen ist. Der ursprüngliche Umgang, bei dem die Enkel das nötige Wissen von den Großeltern ganz selbstverständlich und spielerisch beigebracht bekamen, ist leider nicht mehr ausreichend vorhanden. Aktive Schulungen sind notwendig.
Daraus folgernd kam die Gruppe auch gleich zum nächsten Fakt. Es fehlt Geld für die Obstwiesenpflege und die Ausbildung von Obstgehölzpflegern. Mit Obstverkauf kann heute fast keiner mehr seinen Lebensunterhalt verdienen. Die wenigen Förderprogramme, die es überhaupt für Streuobstwiesen gibt, müssen leichter zu beantragen sein und schnell und einfach ausbezahlt werden.
Die einzelnen Akteure planen alle einen kurzen „Steckbrief“ über ihre Wiese oder ihr aktuelles Obstwiesenprojekt zu erstellen, der dann auf der Internetseite des Kompetenzzentrums Streuobst eingesehen werden kann. Auch Veranstaltungen und Aktionen werden dort veröffentlicht.
Die ersten aktuell geplanten Veranstaltungen des Kompetenzzentrums Streuobst finden am Freitag, 2. Oktober 2026, beim Forst- und Umweltdienst in Borken (Hessen) statt.
Eine mobile Mosterei steht den ganzen Tag zur Verfügung, bei der man das eigene Obst versaften lassen kann. Ab Nachmittag besteht wieder die Möglichkeit, seine eigenen Apfelsorten bestimmen zu lassen. Genauere Infos folgen.
Frau Drüsedau war es noch wichtig zu betonen, dass es für weitere Interessierte die Möglichkeit gibt, Kontakt mit dem Kompetenzzentrum Streuobst aufzunehmen.
Nach einem gelungenen Auftakt mit durchweg guter Stimmung verließen die letzten Teilnehmer die Veranstaltung nach rund 3 Std. Neue Samen sind gelegt und die Organisatoren hoffen, dass daraus viele neue und gesunde Streuobstwiesen mit vielem leckeren Obst wachsen.
Kontaktdaten
Forst- und Umweltdienst Schwalm-Eder gGmbH, Kompetenzzentrum Streuobst, Heinrich-Hertz-Straße 4, 34582 Borken (Hessen), Homepage: www.streuobst-wiese.de, Email: Carola.druesedau@forst-umwelt.de
