Neue STOLPERSTEINE 2027 in Borken (Hessen) und Dillich


Wie bereits berichtet, soll im Juni und November 2027 mit weiteren Stolpersteinen erinnert werden an die Familien Lehrberger, Appel, Buchheim, Israel und Wolff, die bis 1938 in Borken und Dillich lebten.

Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig, das im Jahr 1992 begann. Mit im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln, sogenannten Stolpersteinen, soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Sie gelten als das größte dezentrale Mahnmal der Welt.

In der kommenden Zeit veröffentlichen wir detailliertere Informationen zu den ehemaligen Borkener Bürgerinnen und Bürgern, die zwangsweise ihre Heimat in den 1930er Jahren verlassen mussten und für die wir im kommenden Jahr mit Stolpersteinen gedenken werden.

Familie Appel

Wohnhaus und Metzgerei an der heutigen Adresse Am Amtsgericht 5

Um 1818 zog die erste Familie Appel mit drei Kinden in die Hintergasse nach Borken. Es folgten noch zwei weitere Söhne, die in Borken geboren wurden. Daraus entwickelten sich bis 1933 neun Familien Appel in Borken – die meisten waren Metzger und betrieben eigene Schlachtereien.

David Appel wurde 1879 als drittes Kind der Familie Laser II und Betti Appel geboren. Seine Schwester Goldine, die später in die Familie Buchheim aus Wohra einheiratete, wird in der nächsten Veröffentlichung beschrieben.

David Appel heiratete Frieda Klebe aus Rhina und sie hatten die Kinder Julius, Max und Robert. Deren gut gehende Metzgerei wurde 1935 von Nationalsozialisten verunglimpft und das Haus wurde verwüstet. Wahrscheinlich hatte sich die Familie nicht so verhalten, wie von den Nazis erwünscht – sie waren Juden.

David wurde körperlich und seelisch misshandelt und konnte keiner Arbeit mehr nachgehen. Er kam in ein Sanatorium in Marburg, wo er 1939 erst 60-jährig, verstarb.

Die Söhne Julius, Max und Robert Appel konnten nach Südafrika, Kolumbien und England fliehen. Mutter Frieda schaffte es 1941 noch zu ihrem Sohn Julius mit dem Schiff nach Kolumbien nachzukommen.

Das Trauma der Misshandlung ihres Vaters und (Ur-)Großvaters David Appel durch die Borkener Nazis ist in der Familie bis heute nicht vergessen. Dennoch werden einige Nachfahren im Juni 2027 den weiten Weg von Südamerika auf sich nehmen und zu uns nach Borken kommen.

Es werden u.a. Stolpersteine verlegt für David Appel, Frieda Appel, Julius Appel, Erna Appel, Max Appel, Robert Appel.

Aufruf zur Spende und Patenschaft

Wie in den letzten Jahren plant Borken wieder ein Rahmenprogramm mit Gedenkveranstaltung rund um die Verlegung der neuen STOLPERSTEINE. Jeder STOLPERSTEIN kostet Euro 120 und die Gedenkveranstaltungen, die voraussichtlich im Historischen Rathaus, im Glashaus des Sichtbar e.V. sowie in der Synagoge Felsberg stattfinden, verursachen Kosten, die gedeckt werden müssen. Die Vorbereitungen und Arbeiten daran werden zu 100% ehrenamtlich geleistet.

Spenden oder Patenschaften für einen oder mehrere STOLPERSTEINE, auch anteilig, können unter Angabe des Zwecks direkt auf das Konto des Sichtbar e.V.: DE28520534580000029264 getätigt werden.

Spendenquittungen können bei Angabe der Adresse ausgestellt werden.

Ohne Spenden und Übernahme von Patenschaften wird dieses kulturell wichtige Projekt zur weiteren Aufarbeitung der Jüdischen Geschichte in Borken (Hessen) nicht möglich werden. Deshalb wird um Mithilfe gebeten.

Fragen oder Anmerkungen? Jörg Domes: joergdomes@t-online.de / 0173 6555456.

QR-Code direkt für die Spende über Paypal. Die Spende wird zu 100% diesem Projekt zugeordnet.