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Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum Borken ist „Museum des Monats“

Bürgermeister Marcèl Pritsch begrüßte bei der Auszeichnung neben Staatssekretär Christoph Degen einige Mandatsträger der Stadt Borken (Hessen), Mitglieder des Stiftungsvorstandes, des Förderkreises sowie Vertreter von Kreistag, Museumsverband, Geopark GrenzWelten, Netzwerk Industriekultur-Nordhessen und Bergmannsverein Borken.
Große Auszeichnung für das Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum Borken: Kulturstaatssekretär Christoph Degen hat das Museum als „Museum des Monats“ ausgezeichnet. Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 2.000 Euro. Das diesjährige Motto der Ausschreibung lautet „Museum als Dritter Ort“ und stellt die Bedeutung von Museen als Orte der Bildung, Begegnung und Gemeinschaft in den Mittelpunkt.
Das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum Borken nimmt seine Besucherinnen und Besucher mit auf eine spannende Reise durch die Geschichte des hessischen Braunkohlebergbaus und der Energieerzeugung. Gleichzeitig richtet das Museum den Blick auf die Folgen des Bergbaus und die damit verbundenen Veränderungen von Landschaft, Struktur und Klima. Damit verbindet es Industriekultur mit aktuellen Fragen rund um den Klimawandel.
„Das Hessisches Braunkohle Bergbaumuseum ist ein wichtiger Bestandteil unserer Stadt und weit über die Grenzen Borkens hinaus ein besonderer außerschulischer Lern- und Erlebnisort. Die Auszeichnung als ,Museum des Monats‘ ist eine großartige Anerkennung für die engagierte Arbeit unseres Museumsteams und aller Beteiligten. Sie zeigt, dass wir mit unserem Konzept, Geschichte erlebbar zu machen und gleichzeitig den Blick auf aktuelle Zukunftsthemen zu richten, den richtigen Weg eingeschlagen haben“, freut sich Bürgermeister Marcèl Pritsch bei der Übergabe der Auszeichnungsurkunde.

Museumsmitarbeiter Bernhard Stirn (links) präsentierte Kulturstaatssekretär Christoph Degen sowie den Gästen den Themenpark „Kohle & Energie“.
Auch Kulturstaatssekretär Christoph Degen würdigte die Entwicklung des Museums. „Das Museum in Borken (Hessen) entwickelt seine Führungs- und Vermittlungsangebote stetig weiter. Dabei hat es vor allem die Kinder und Jugendlichen im Blick und bietet etwa mit dem offenen Klassenzimmer Industriegeschichte zum Anfassen“, so Degen. Das Museum sei auf dem besten Weg, sich zu einem außerschulischen Lernort zu den Themen Kohleverstromung und Klimawandel zu entwickeln. Damit erfülle es das diesjährige Ausschreibungsmotto in besonderer Weise.
Geschichte zum Anfassen
In insgesamt sieben Abteilungen vermittelt das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum die Geschichte des hessischen Braunkohlebergbaus, der Energiegewinnung und des damit verbundenen Landschafts- und Strukturwandels. Zum Museum gehören unter anderem ein Besucherstollen und eine Dauerausstellung zur Bergbaugeschichte im ältesten, restaurierten Fachwerkhaus der Stadt „Am Amtsgericht“ sowie der Themenpark „Kohle & Energie“.
Dort können Besucherinnen und Besucher zahlreiche imposante Großgeräte und technische Anlagen entdecken. Bohrgeräte, Schaufelrad- und Eimerkettenbagger, Kraftwerkskessel und Turbinen machen anschaulich, wie die Braunkohle früher im Tagebau gewonnen und anschließend zur Stromerzeugung genutzt wurde.
Eine besondere Bedeutung hat die Erhaltung der historischen Großgeräte. Zu den beeindruckenden Exponaten gehört unter anderem ein riesiger Schaufelradbagger, dessen Restaurierung durch das Land Hessen gefördert wurde. Der Museumsverband Hessen unterstützte das Projekt fachlich.
Auch ein bewegendes Kapitel der Borkener Bergbaugeschichte wird im Museum sichtbar: Zu sehen ist der Rettungsfahrkorb, mit dem am 4. Juni 1988 sechs Überlebende des Grubenunglücks von Stolzenbach aus dem Bergwerk gerettet wurden.
Mit seinen vielfältigen Angeboten verbindet das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum Borken somit Vergangenheit und Gegenwart. Historische Technik und die Geschichte des Bergbaus werden ebenso vermittelt wie die Auswirkungen der Kohleverstromung und die Herausforderungen des Klimawandels.
Die Auszeichnung „Museum des Monats“ wird im Rahmen eines Bewerbungsverfahrens vergeben. Über die Vergabe entscheidet eine Jury, der jeweils zwei Vertreterinnen und Vertreter des Hessischen Ministeriums sowie des Museumsverbands Hessen angehören. Je nach jährlich wechselndem Schwerpunktthema wird die Jury zudem um eine weitere Fachperson ergänzt.
Für das Hessische Braunkohle Bergbaumuseum Borken ist die Auszeichnung eine besondere Würdigung seiner kontinuierlichen Arbeit und seines Engagements, Industriekultur für Menschen jeden Alters erlebbar zu machen.
